Kyosai, Kawanabe (1831–1889) – Kyosai Gadan [Kyosais Abhandlung über die Malerei]. 4 Bände.
Tokyo, Iwamoto Shun, Meiji 20 o. J. [1887].
Originaler blauer Schuber (Chitsu) [ca. 25,5 x 17,5 cm] mit Elfenbeinnadeln. 4 Bände in originalen illustrierten Papierumschlägen mit traditioneller Blockbuchbindung (Fukuro-toji). — 68, 84, 80, 62 Seiten. Teils mit englischem Text.
Erstausgabe eines der bedeutendsten kunsttheoretischen Werke der Meiji-Zeit, das sowohl als Autobiografie als auch als pädagogisches Handbuch des als „Dämon der Malerei“ bekannten Künstlers Kawanabe Kyosai dient. Das Werk ist in zwei Abschnitte unterteilt: „Innerer Teil“ (Bände 1 und 2) und „Äußerer Teil“ (Bände 3 und 4). Die erste Hälfte bietet einen historischen Überblick über die japanischen Malstile und Kyosais persönliche künstlerische Abstammung. Die zweite Hälfte fungiert als technisches Handbuch und illustriert seine Methoden zur Darstellung von Bewegung, Natur und Übernatürlichem. — Kawanabe Kyosai war einer der bedeutendsten und vielseitigsten japanischen Künstler des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich bei Utagawa Kuniyoshi und später in der prestigeträchtigen Kano-Schule ausgebildet, entwickelte er einen einzigartigen Stil, der akademische Tradition mit populärem Ukiyo-e und bissiger Satire verband. Sein Werk ist geprägt vom Umbruch der Meiji-Restauration. Kyosai wurde als „Gakyo“ (Dämon der Malerei) bekannt und war berühmt für seine Darstellungen von Geistern, Dämonen und anthropomorphen Tieren. Aufgrund seiner politisch kritischen Karikaturen geriet er mehrfach in Konflikt mit den Behörden. Heute gilt er als ein Wegbereiter des modernen Manga und als einer der letzten großen Meister der traditionellen japanischen Malerei. — Hiller, The Art of the Japanese Book, p.938f and p.942ff: „Gyosai Gadan, 1887, apart from the biographical section, is an attempt at art history, with examples of the styles of the various schools of painting in Japan, and an account of Kyosai’s own practice and techniques. (…) It is a rare insight, with commentary by the artist himself, into the creation of works of art, from first conception in the artist’s mind to consummation after various stages of constructive development.“ — Schuber mit Gebrauchsspuren, Einbänder teils leicht fleckig, sonst gut erhalten.
Ref. British Museum 1979,0305,0.390.4. – Hillier and Smith 1980.
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