Estienne, Robert (1503-1559) – „Evangelium Secundum Matthaeum, Secundum Marcum, Secundum Lucam, Secundum Iohannem. Acta Apostolorum“; angeb.: „Pauli Apostoli Epistolae. Epistolae Catholicae. Apocalypsis B. Iohannis“. 2 Teile in 1 Band.

Paris, Robert Estienne (1503-1559), 1545.

Leder-Einband der Zeit [ca.12 x 8 cm] mit Rückentitel, Rückenvergoldung und marmorierten Vorsätzen und Dreifach-Goldschnitt. 199 Bl., 152, (8) Bl.

Bedeutende und seltene Ausgabe von Robert Estienne (1503–1559), dem königlichen Buchdrucker in Paris. Estienne gilt als eine der zentralen Figuren des humanistischen Buchdrucks. Nachdem er bereits 1539 zum königlichen Drucker für lateinische und hebräische Schriften ernannt worden war – eine Privilegierung, die später auf das Griechische ausgeweitet wurde –, erschienen vorangegangene Editionen dieser folgenreichen Ausgabe in den Jahren 1541 und 1543. Diese Ausgabe von 1545 zeichnet sich durch ihre elegante Typografie und die Aufnahme der „Breves variarum tralationum annotationes“. Das Titelblatt zeigt die große Druckermarke Estiennes mit dem Ölbaum und dem Motto „Noli altum sapere“

Diese Ausgabe umfasst die wesentlichen Bestandteile des Neuen Testaments in 2 Teilen. Der erste Teil enthält die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie die Apostelgeschichte (Acta Apostolorum). Der zweite Teil, der mit einem eigenen Titelblatt beginnt, umfasst die Briefe des Apostels Paulus (u. a. an die Römer, Korinther und Galater), die katholischen Briefe von Jakobus, Petrus, Johannes und Judas sowie die Offenbarung des Johannes (Apocalypsis B. Iohannis). Beide Teile enthalten die „Breves variarum tralationum annotationes“, welche textkritische Anmerkungen und Varianten aus verschiedenen alten lateinischen Handschriften bieten. Diese wissenschaftliche Aufarbeitung unterstreicht den hohen philologischen Anspruch der Werkstatt von Robert Estienne.– Titelblatt mit handschriftlicher Notiz (Exlibris/Besitzvermerk?) – „Nicolaus…?; das letzte Blatt ebenfalls mit handschriftlicher Besitzvermerk „Erraud Apohequen“ (?) – Seiten teils leicht wasserfleckig (meist im Außenrand), Einband leicht berieben, das letzte Blatt mit kleiner Wurmspur, sonst gut erhalten.

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