Die Baracke. Zeitung für das Kriegsgefangenenlager Bando, Japan.
Konvolut von 5 Original-Heften und 2 Sammelbänden; 1) Band II: April-September 1918. 712, 10 Seiten.; 2) Band III: Oktober 1918-März 1919. 620 Seiten.; 3) Heft von April 1919. 158 Seiten, (2) Bl.; 4) Heft von Mai 1919. 142 Seiten, (1) Bl.; 5) Heft von Juni 1919. 119 (1) Seiten. 6) Heft von August 1919. 108 Seiten.; 7) Heft von September 1919. 135 Seiten, (1) Bl., 8 Seiten.
Kriegsgefangenenlager Bando (Japan), Druckerei des Kriegsgefangenenlagers, 1918-1919.
Zwei Original-Leinen-Einbände; 5 Original Karton-Einbände, foliert. — mit zahlr. Abb. und Tafeln, teils farbig, teils mehrfach gefaltet. — Umfangreiches Konvolut der bedeutenden Lagerzeitung „Die Baracke“, herausgegeben von deutschen Kriegsgefangenen im japanischen Lager Bando während und nach dem Ersten Weltkrieg. Die Publikation gilt als Zeugnis des regen geistigen und kulturellen Lebens der Gefangenen in Bando, das unter der liberalen Leitung von Matsue Toyohisa (1873-1955) für seine humane Behandlung und die Förderung künstlerischer Aktivitäten bekannt wurde. — Die „Lagerchronik“ von Bando stellt ein außergewöhnliches kulturhistorisches Dokument dar. Nachdem die Lagerzeitung ab September 1917 zunächst in wöchentlichem Rhythmus erschienen war, stellte man die Publikationsweise ab März 1919 auf umfangreichere Monatshefte um, die bis September 1919 das geistige Leben im Lager dokumentierten. Inhaltlich bietet die Zeitung tiefgreifende Einblicke in die psychologische Verfassung und die intellektuelle Auseinandersetzung der Internierten mit ihrer Situation. Da den Gefangenen japanische sowie englischsprachige Medien zur Verfügung standen, waren sie über das globale Kriegsgeschehen stets informiert und konnten dieses – unter der liberalen Lagerführung weitgehend unzensiert – aus dezidiert deutscher Perspektive kommentieren. Besonders wertvoll sind die Berichte über die Annäherung an die lokale japanische Bevölkerung, die durch das humane Regime ermöglicht wurde. Ein auffallender Schwerpunkt liegt zudem auf der intensiven Beschäftigung mit der Kultur und Geschichte Japans und Chinas, was sich in zahlreichen Fachartikeln und im Lager gehaltenen Vorträgen widerspiegelt. Gleichwohl dokumentiert die Zeitung auch die emotionalen Schwankungen der Insassen: Von der Hoffnung auf einen deutschen Sieg, genährt durch die Entwicklungen in Osteuropa Anfang 1918 und die Frühjahrsoffensive im Westen, bis hin zur tiefen Zäsur durch die endgültige Niederlage. Diese schmerzvolle Phase fiel zeitgleich mit dem Ausbruch der Spanischen Grippe im Lager zusammen.
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