„Der Fluchteuffel / Ach schau! Du Lästermaul, Du Flucher auch desgleichen, Wie weit dein Gottlos thun und wesen nur thut reichen / Die Jene böse Rott Zu Christi Leidens Zeit /Die umb denn Heyland stund und Ihren Rachen weit / Zum Lästern auffgesperrt Den Herren aller Ehrn, / Die Selbsten sich an Gott im gringsten nit wolt kehren / Die legt Ihm größre Pein durch Ihr gros Lästern an / Als durch Peitsch, Dorn und Nägl der grausam Krigesmann / Drumb hütt vorm Fluchen Dich Mensch in deim gantzen Lebe[n] / Thu nit aufs neu Dein Gott Zu Martern ursach geben / So vielmahl Du begehst ein Gotteslästerung / und Fluchest, wieße das: Daß du mit Deiner Zung / Gleich einem scharffen Speer erneurest Christi Wunden, / Die Er am Creutz vor dich mit Schmertzen hat empfunden / Dem Teuffel machstu dich durchs Lastern selbsten gleich / Weil Er ein Lästerer heist, und Du verstärckst sein Reich / Sein Reich, in welchem all die Flucher straffe tragen, / und über ihren Kopf die hand zusammen schlagen / mit großem ach und weh, aus dem kein rettung ist / und sich der Flucher selbst verflucht zu aller frist.“
Unikaler Einblattdruck. (Deutschland), 17. Jh. [25 x 14,5 cm]. Kupferstich. — knapprandig, am rechten Rand teils bis über den Plattenrand beschnitten, am unteren Außenrand mit kleinen hinterlegten Randläsuren, sonst gut erhalten.
Der Druck zeigt ein Bild der Kreuzigung Christi, darunter folgt ein längerer Text. In der Mitte sieht man Christus am Kreuz, leidend und noch lebendig. Links stehen Menschen aus verschiedenen Schichten, unter ihnen Teufel, die sich unter die Leute mischen und sie zum Fluchen und Spotten anstiften. Rechts ist die Hölle dargestellt, mit Feuer und gequälten Seelen, als direkte Folge dieses Verhaltens. Das Bild macht deutlich, dass alltägliches sündiges Reden nach christlicher Vorstellung Christi Leiden vergrößert und zur Verdammnis führt.
Der Einblattdruck steht sowohl mit der Teufelliteratur als auch mit der späten Reformationszeit in Zusammenhang. Wie in der Teufelliteratur erscheint der Teufel nicht fern, sondern als alltägliche Präsenz, die besonders durch Sprache wirkt: Fluchen und Lästerung werden als Mittel des Teufels gezeigt, um Menschen zu verderben.
Zugleich spiegelt das Blatt die reformatorische Moraldisziplin wider, in der sowohl protestantische als auch katholische Prediger großes Gewicht auf die Kontrolle des Alltagsverhaltens legten. Der Druck funktioniert als visuelle Predigt, die Angst vor Strafe nutzt, ohne konfessionelle Lehren zu vertreten.
Äußerst selten, wir konnten kein weiteres Exemplar finden. Unikat!
Preis: 1450,- EUR














